Die Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden hat viele Gesichter. Ambulant tätige Fachärzte, Chirurgen, Wundspezialisten, Krankenpfleger, Hausärzte, Podologen, Apotheker und Angehörige sind mal mehr, mal weniger in die Wundbehandlung involviert. Experten bemängeln immer wieder die daraus resultierende heterogene Behandlungsqualität sowie die fehlenden sektorenübergreifenden Versorgungspfade. Die Kosten, die durch „Behandlungs-Hopping“ und unzureichende Therapien entstehen, können nur geschätzt werden. Die Fachwelt geht von zwei bis vier Millionen Patienten mit chronischen Wunden aus, die Behandlungskosten von ca. vier Milliarden Euro pro Jahr verursachen.
Wir brauchen in Deutschland Strukturen, die es möglich machen, einen Wundpatienten durch das Gesundheitssystem zu begleiten. Denn Menschen mit chronischen Wunden gehen nach einer Behandlung im Krankenhaus nicht geheilt nach Hause. Hinter jeder chronischen Wunde steckt eine Grunderkrankung, die – sei es nun eine arterielle Verschlusskrankheit, eine chronisch venöse Insuffizienz oder ein Diabetes mellitus – therapiebedürftig bleibt.
Vor diesem Hintergrund informieren die Autoren in dieser Ausgabe sowohl über medizinische Aspekte wie die Diagnose chronischer Wunden und die Antiseptik als auch über neue Versorgungsmodelle mit gezielter Fallsteuerung sowie Konzepte zum Wundmanagement. In dem Zusammenhang darf der Aspekt von „Lebensqualität als Therapieziel“ genauso wenig fehlen wie die Vorstellung der im Sommer veröffentlichten S3-Leitlinien zur Lokaltherapie chronischer Wunden. Freuen Sie sich auf die topaktuellen Fachbeiträge unserer Autoren.